Wer in Lörrach, Weil am Rhein oder Rheinfelden sitzt, hat einen Vorteil und ein Problem zugleich: Der Markt ist dreimal so groß, aber er folgt drei verschiedenen Regelwerken. Wer die Website nur für Deutschland baut, verschenkt die andere Hälfte.
Die Schweiz ist nicht das Ausland light
Basel liegt näher an Lörrach als Freiburg. Trotzdem ist die Schweiz nicht in der EU, und das hat handfeste Folgen: andere Währung, andere Zollregeln bei Warenversand, ein eigenes Datenschutzgesetz.
Für eine reine Unternehmenswebsite ist das überschaubar. Sobald du aber etwas verkaufst, wird es ernst, dann brauchst du eine Antwort auf Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Versanddienstleister, bevor die erste Bestellung kommt, nicht danach.
Preise: Franken oder Euro?
Wenn du Schweizer Kunden ansprichst, hilft es sehr, Preise auch in Franken zu zeigen. Nicht wegen der Umrechnung, das kann jeder, sondern als Signal, dass du diesen Markt ernst nimmst. Umgekehrt wirkt eine reine Euro-Seite auf Schweizer wie ein Schild: nicht für dich gedacht.
Französisch: seltener nötig, als man denkt
Im Elsass wird oft auch Deutsch verstanden, und für viele Betriebe ist Französisch der teuerste Ausbau bei kleinstem Rücklauf. Eine zweite Sprache verdoppelt nicht nur die Texte, sondern jede spätere Änderung, für immer.
Unser Rat: Erst mit Deutsch starten und in den Besucherzahlen nachsehen, woher die Anfragen wirklich kommen. Wenn Frankreich einen nennenswerten Anteil bringt, lohnt der Ausbau, und dann weißt du es, statt es zu vermuten.
Rechtliches: einmal richtig, dann Ruhe
- Impressum: In Deutschland Pflicht, und ein fehlerhaftes Impressum ist ein beliebter Abmahngrund. Name, Anschrift, Kontakt, Umsatzsteuer-Angabe falls vorhanden.
- Datenschutzerklärung: Muss beschreiben, was deine Seite tatsächlich tut. Eine Vorlage aus dem Netz, die Dienste aufzählt, die du gar nicht nutzt, ist selbst ein Fehler.
- Cookie-Banner: Nur nötig, wenn du wirklich Cookies setzt, die nicht technisch notwendig sind. Viele Seiten zeigen den Banner völlig ohne Grund und vergraulen damit Besucher.
- Schweizer Kunden: Seit 2023 gilt dort das revidierte Datenschutzgesetz. Wer die DSGVO sauber umgesetzt hat, ist meist schon nah dran, aber ein Blick lohnt sich.
Die Grenze ist für deine Kunden kein Hindernis. Für deine Website sollte sie auch keines sein.
Das hier ist unsere Erfahrung aus der Region, keine Rechtsberatung. Bei Verträgen und Steuern über die Grenze gehört ein Fachmann dazu. Für die Website selbst helfen wir gern weiter.